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Vor Masters WM: Hansi Wiens im DSQV-Interview

Vom 29. Juli bis 4. August finden im amerikanischen Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia die diesjährigen Weltmeisterschaften der Masters statt. Insgesamt haben nach aktuellem Stand 793 Spielerinnen und Spieler aus der ganzen Welt gemeldet, darunter aktuell 31 Meldungen aus Deutschland. Als amtierender Weltmeister der M60+ reist Udo Kahl (SRC Bergische Löwen) in die USA. Die EM-Zweite aus Wroclaw Iris Stockbauer (W45+, 1. SC Würzburg) und der EM-Dritte Julian Wollny (M35+, Airport Squash) sind als Podestplatzierte der letztjährigen Masters-Europameisterschaften auch in Charlottesville dabei. Zu den deutschen Spielern in Charlottesville gesellt sich ein weiterer langjähriger deutscher Nationalspieler: Hansi Wiens. Die WM im eigenen Land sei für den seit 2007 in den USA lebenden Wiens, den neunmaligen Deutschen Einzelmeister (1988-1993, 1995, 1996, 2002), ein guter Anlass gewesen, sein erstes internationales Masters-Turnier mitzuspielen. Zum Interview mit dem DSQV geht es mit dem Klick auf "weiterlesen".

Wiens erreichte seine beste Weltranglistenposition 12 im November 1993 und ist damit zusammen mit Simon Rösner (Paderborner SC, WRL 5) einer von zwei Deutschen bei den Herren, die bisher die TOP15 der Herren-Weltrangliste erreichten. Wiens spricht neben Englisch und Deutsch auch Spanisch und Russisch fließend. Der DSQV hörte sich jetzt bei seinem ehemaligen langjährigen Nationalspieler rund drei Wochen vor Bgeinn der Masters-WM um.

Hallo, Hansi. Schön, dass du Zeit für dieses kleine Interview für den DSQV hast. Du hast seit August 2007 deinen Lebensmittelpunkt in Nordamerika und bist als Head-Squash-Coach am Dartmouth-College im us-amerikanischen Hanover im Bundesstaat New Hampshire tätig. Wie gefällt dir das Leben und der Beruf dort und was zeichnet Amerika für dich besonders aus? Planst du in der Zukunft eine Rückkehr nach Deutschland?
Ich wohne in Hanover im US-Bundesstaat New Hampshire seit August 2007 und liebe es! Das Dartmouth College ist eine der besten Universitäten Amerikas. Wir haben tolle, professionelle Sportanlagen. Die Studenten, mit denen ich arbeite, sind top. Die Gegend ist wunderschön und es ist einfach ein super Platz, um professionell zu arbeiten, aber auch um Familie großzuziehen. Momentan habe ich keine Pläne nach Deutschland zurückzugehen. Das Wetter dafür ist nicht gut genug und einen Bundestrainer habt ihr ja schon (lacht).

Als Squashcoach in den USA bekommst du auch viel über den Sport im Allgemeinen mit. Wie ist der Squashsport in den USA aufgestellt?
Ja, wie man anhand der internationalen Jugendturniere sehen kann, wird Squash in den USA immer größer und stärker. In der Saison gibt es hier fast jedes Wochenende mindestens ein Jugendturnier, die meisten mit mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die U13 bis U19 Altersgruppen sind sehr stark in der Spitze und auch sehr breit. Dazu kommt noch, dass fast alle U19 Spieler, nachdem sie mit der High-School fertig sind, zu einer Universität gehen, wo sie vier Jahre lang weiter Squash spielen, unterstützt werden und studieren. Also können sie neben deren Bildung weiter im Squash wachsen. Ali Farag und Amanda Sobhy zum Beispiel haben beide bei Harvard vier Jahre lang studiert und gleichzeitig für Harvard's Mannschaft gespielt und mit Mike Way trainiert. Todd Harrity war bei Princeton. Der zweifache US-Meister Chris Hanson war vier Jahre bei mir bei Dartmouth in der Mannschaft. Alles in allem ist es also ein super System, wo es viele Jugendliche gibt, die nachher durch Squash und gute Schulleistungen an den besten Universitäten der Welt angenommen werden, und dann hier weiterspielen und studieren.

Du hast eine sehr beeindruckende Squashkarriere mit diversen Erfolgen vorzuweisen. Was war für dich der schönste Erfolg, an den du dich besonders gerne erinnerst und warum?
Der größte Erfolg war es, die New Zealand Open zu gewinnen. Das Turnier gibt es nicht mehr. Es war damals aber mein größter internationaler Titel und ich habe ein paar sehr starke Spieler auf dem Weg dahin geschlagen. Der schönste Erfolg was die erste Deutsche Meisterschaft. Ich war ein Underdog und außer meinem Coach hat keiner wirklich damit gerechnet, dass ich das Ding gewinne. Damit fing alles an. Um aber ganz ehrlich zu sein, das alles verblasst im Vergleich zu der Freude, die mir unsere zwei Kinder (6 und 4 Jahre alt) täglich bringen.

Mit Simon Rösner gibt es nach dir einen zweiten Deutschen, der in die TOP15 der Weltrangliste einzog. Derzeit steht Rösner auf Rang 5. Wie siehst du seine Entwicklung und was zeichnet Rösner für dich besonders aus?
Simon ist einfach ein top Spieler und verdient es, an der Weltspitze zu sein. Er ist fit, schnell, bleibt ruhig und gefasst, macht wenig Fehler und man sieht, dass dahinter viele Jahre harte Arbeit stecken. Was ich besonders gerne an ihm und bei Raphael Kandra sehe ist, dass die beiden sehr faire Spieler sind, und somit Deutschland (und wirklich Europa) gut repräsentieren.

Kommen wir nun einmal zur anstehenden Masters-WM, an der du bei den M50+ teilnimmst. Welche Chancen rechnest du dir aus und was hast du dir vorgenommen?
Als ehemaliger Profispieler - wenn ich an einem Turnier teilnehme - will ich es dann auch gewinnen. Wie meine Chancen aussehen, weiß Ich aber nicht. Da sind ein paar sehr starke Spieler dabei, die um den Titel kämpfen werden. Ich bin nur einer davon und kann mich auch nicht wirklich vergleichen, weil ich bei einem Masters-Turnier noch nie teilgenommen habe. Ich freue mich aber darauf, viele von meinen Kumpels zu sehen und einfach beim Turnier Spaß zu haben. Klar ist Squash wichtig, eine gute Zeit dabei zu haben aber auch. Viele von den Spielern, die zu meiner Zeit in der PSA gespielt haben, sind jetzt als Trainer in den USA tätig, also ist das hier wie ein schönes Wiedersehen für uns.

Danke dir für deine Zeit des Interviews, Hansi. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg bei allen kommenden Aufgaben.
Kein Problem. Gerne.

 

Das Interview führte Lennard Jessen für den DSQV.

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